Das Bedrettotal ist ein ursprüngliches und naturnahes Bergtal an der nördlichen Grenze des Kantons. Im Winter liegt es unter einer weichen Schneedecke – im Sommer ist es bunt mit den Wiesen voller Wildblumen. Steinböcke bewegen sich flink zwischen den Felsen, während Murmeltiere vor ihren Bauten pfeifen. Steinadler und Mäusebussarde ziehen am Himmel elegante Kreise. Mit etwas Glück zeigt sich auch der Bartgeier, der wieder über die Tessiner Gipfel fliegt. Das Tal lädt dazu ein, sich Teil des wertvollen, fragilen Gleichgewichts der Berge zu fühlen.
Für eine solche Wanderung müssen wir den Rucksack sorgfältig packen. Bequeme Kleidung im Zwiebelprinzip, weil das Wetter in den Bergen jederzeit umschlagen kann. Eine Jacke, Sonnenhut und Sonnenbrille dürfen auch nicht fehlen, dazu ein Fernglas und eine Kamera, um einzigartige Momente einzufangen. Dann etwas Proviant, eine Trinkflasche und ein kleiner Naturführer über Alpentiere, um diese richtig zu erkennen. Alles ist bereit – es geht los! Der Treno Gottardo bringt uns nach Airolo und von dort fahren wir mit dem Postauto bis nach Cruina. Die Berge rücken immer näher. Sie wirken wie Wächter einer abgeschiedenen Welt.