In Balance auf dem Grat

DER PERFEKTE MOMENT
  • 18. September - 11.05
  • 22°
  • Belebend

Da ist er, direkt vor dir: der Monte Lema. Du bleibst kurz stehen. Der Wind streicht über dein Gesicht, rundherum ist es still. Du blickst auf den Weg, der bereits hinter dir liegt. Die Energie ist noch da, die Beine halten. Nun wartet der letzte Aufstieg. Ohne gross nachzudenken, setzt du dich wieder in Bewegung, in Richtung Abschlussetappe des Höhenweges Monte Tamaro - Monte Lema.

Von Rivera führt uns die steile Seilbahn zum Ausgangspunkt der heutigen Wanderung. Als wir an der Reihe sind, steigen wir in die Gondel und lassen das Rauschen des Verkehrs, das Piepen des Smartphones und die Gedanken an den Alltag hinter uns. Seit Tagen habe ich auf diesen Moment gewartet; ich habe alles genau geplant. Während der Fahrt rückt die Kirche Santa Maria degli Angeli des Tessiner Architekten Mario Botta immer näher. Nach rund zehn Minuten erreichen wir die Alpe Foppa. Die Türen öffnen sich und ich habe wieder festen Boden unter den Füssen. Es kann losgehen. Vor uns zeichnet der Grat eine helle Linie zum Horizont. In den nächsten fünf Stunden werden wir zwischen Himmel und Erde wandern.

Die erste Etappe führt zum Gipfel des Monte Tamaro. Das Lachen der Kinder, die sich auf der Rodelbahn vergnügen oder die Zipline herunterflitzen wird immer leiser. Der Weg ist breit und gut ausgeschildert. Je weiter oben wir sind, desto grossartiger ist das Panorama. Ich sehe wieder die Kirche, die neu eröffnete Bergstation, den Bergsee, in dem sich die vorbeiziehenden Wolken spiegeln. Wenig später erscheint die Capanna Tamaro. Als wir dort ankommen, sehen wir das weite Tal des Bellinzonese mit seinen Dörfern und Feldern. Ich halte inne. In der Ferne entdecke ich drei bekannte Umrisse. Das muss die Festung von Bellinzona sein. Etwas weiter oben sehe ich das Gipfelkreuz des Monte Tamaro.

Gratwanderung  Monte Tamaro mit Panoramablick auf den Monte Rosa

Vom Gipfel des Monte Tamaro reicht der Blick bis zum Monte Rosa

Die neuen Kabinen der Gondelbahn Monte Tamaro

Die neuen Kabinen der Gondelbahn Monte Tamaro

Die Kirche Santa Maria degli Angeli von Mario Botta

Die Kirche Santa Maria degli Angeli von Mario Botta

Gipfel des Monte Tamaro: Wanderung mit Alpenblick.

Die Bergwelt zeigt sich in ihrer ganzen Weite

Monte Tamaro: Panoramablick vom Gipfel.

Blick auf den Lago Maggiore

Wandern mit Seeblick

Wandern mit Seeblick

Eine Panoramabank auf dem Weg zum Monte Lema lädt zu einer Pause ein

Eine Panoramabank auf dem Weg zum Monte Lema lädt zu einer Pause ein

Blick auf die Alpen bis zum Monte Rosa

Blick auf die Alpen bis zum Monte Rosa

Die Kabinen der Monte Lema-Bahn über dem Malcantone

Die Kabinen der Monte Lema-Bahn über dem Malcantone

Hier beginnt die Gratwanderung. Links und rechts vom Weg sind Rhododendren und grasbewachsene Hänge. Rundherum begrenzen Berge den Horizont, und Wolken zeichnen auf den Hängen bewegte Schatten. Ich blicke von einer Seite zur anderen, um mir keine der Schönheiten entgehen zu lassen, die mich umgeben. Links liegt der Luganersee, rechts der scheinbar endlose Lago Maggiore. Die Gratwanderung, die rund 13 km lang ist, führt am Monte Gradiccioli vorbei und schenkt uns eine atemberaubende Aussicht auf den Monte Rosa. Das Licht verändert sich entlang der Strecke stetig. Der Klang unserer Schritte vermischt sich mit den Plaudereien. Hier zu wandern, weckt in mir ein ganz besonderes Gefühl – als würde ich zwischen zwei Welten schweben.

Wie ein langer Reissverschluss verbindet der Wanderweg die zwei Berge. Nach knapp fünf Stunden erreichen wir den Monte Lema. Seine Bergstation empfängt uns nach der langen Strecke wie ein sicherer Hafen. Andere Wandergruppen geniessen das Panorama und die wohlverdiente Rast. Die Gondeln bringen die ersten ins Tal. Wir warten auf die nächste, um den Augenblick noch ein wenig zu geniessen.

Aus der Gondel, die nach Miglieglia fährt, beobachte ich, wie sich die Landschaft verändert. Wir lassen die Bergkämme hinter uns und tauchen ein in sanfte Hügel und dichte Wälder. Da und dort sieht man die Umrisse der Dörfer des Malcantone, kompakt und schweigsam. Das Leben hat dort noch einen gemächlicheren Rhythmus, geprägt von täglichen Routinen und echter Gemeinschaft.

In Miglieglia wartet ein komfortabler Bus, der uns nach Rivera zurückfährt. Ich verabschiede mich von den neuen Bekanntschaften und blicke nochmals zum Berg hoch – meinem stillen Abenteuergefährten. Wir sehen uns bald wieder.

Davide Gagliardi, - Initiator der Unexpected Classic Tour
Davide Gagliardi,Initiator der Unexpected Classic Tour
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NÜTZLICHE INFO

Der Höhenweg Monte Tamaro – Monte Lema ist eine 13 km lange Panoramawanderung mit insgesamt 776 Höhenmetern Aufstieg und 716 Höhenmetern Abstieg. Der Weg kann von Juni bis Oktober in beide Richtungen begangen werden. Im Herbst, wenn die klare Luft den Kontrast der Farben betont, ist die Wanderung besonders eindrücklich.


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