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Mognola vertical: jenseits der Felswand

DER PERFEKTE MOMENT
  • 10. August - 11.05
  • 23°
  • 2'004 m
  • Glücklich

Deine Hände sind noch weiss vom Magnesium. Du kennst die Wand nun fast in- und auswendig. Griff für Griff hast du sie erobert, begleitet einzig vom Klang deines Herzschlags und deines Atems. Mit den Füssen im Wasser sitzt du nun am Bergsee Mognola, um dich auszuruhen und die Schönheit dieses Fleckchens Erde zu geniessen. Du blickst dich um, müde und erfüllt und mit einem Lächeln im Gesicht.

DAS ERLEBNIS IM VIDEO


Schon die Fahrt durch das Maggiatal ist ein Abenteuer. Der Fluss ist stets an unserer Seite mit seinen klaren Naturpools, die Wiesen sind übersät mit Blumen, und die steinernen Rustici erzählen vom vergangenen Tessin. Es geht Richtung Norden, bis nach Peccia, wo sich alles um Marmor dreht. Der rhythmische Klang der Meissel ist zu hören, die den Stein dank Menschenhand in Kunst verwandeln. Wir fahren bis nach Fusio im Lavizzaratal, wo der Wanderweg beginnt, der uns in gut zwei Stunden zum Lago di Mognola führt . Der Weg steigt unter Lärchen hinauf, es duftet nach Harz und Moos. Ein Weg mit Vogelgezwitscher  als Soundtrack. 
Inmitten von grünen Wiesen und einzelnen Lärchen erscheint der Lago di Mognola. Das Wasser ist kalt und hat eine intensive blaugrüne Farbe, die sich je nach Licht und Wind verändert. Rundherum sind Wände aus kompaktem Stein: natürlicher Fels, unwiderstehlich für alle, die das Klettern oder Bouldern lieben. Meine Muskeln entspannen sich, der Geist kommt zur Ruhe. Ich bin im richtigen Moment am richtigen Ort, bereit für die Route. In dieser Gegend des Tessins zeigt sich die Natur von ihrer reinsten und unberührtesten Seite. Hier wird man eins mit der Bergwelt.

Alpines Panorama im Lavizzaratal

Alpines Panorama im Lavizzaratal

Alpinklettern mit dem Mognolasee im Hintergrund

Alpinklettern mit dem Mognolasee im Hintergrund

Die tiefblaue Farbe des Mognolasees

Die tiefblaue Farbe des Mognolasees

Alpine Moorlandschaft im Lavizzaratal

Alpine Moorlandschaft im Lavizzaratal

Vorbereitung vor dem Klettern

Vorbereitung vor dem Klettern

Nacht im Basislager unter dem Sternenhimmel

Nacht im Basislager unter dem Sternenhimmel

Ruhe und Stille am Morgen nach dem Klettern

Ruhe und Stille am Morgen nach dem Klettern

Bouldern am Fels im alpinen Gelände

Bouldern am Fels im alpinen Gelände

Bouldern mit den Tessiner Alpen im Hintergrund

Bouldern mit den Tessiner Alpen im Hintergrund

Klettern ist an diesem Ort noch echt, physisch, anstrengend. In den Wänden findet man hier gut ausgestattete Routen verschiedener Schwierigkeitsgrade – von leicht bis herausfordernd. Jede Bewegung erfordert Konzentration, Gleichgewicht und Kraft: Die Finger halten sich an natürlichen Griffen fest, die Füsse geben Schub, der Schweiss perlt auf der Stirn und der Geist fokussiert sich auf den nächsten Zug. Ich lege eine Pause ein, drehe mich um und sehe vor mir ausgebreitet das ganze Lavizzaratal. Ich wollte den Berg besiegen, doch mir wird bewusst, wie gigantisch er ist und fühle mich plötzlich klein. Die Wand ist geschafft, ich spüre noch den Stein unter den Fingerkuppen.

Wir haben Seile und Gurten abgelegt. Ich ziehe die Schuhe aus, tauche die Füsse ins kalte Seewasser und gebe mich ganz der Stille hin. Ein einfaches mitgebrachtes Nachtessen mitten in der Natur – mehr brauche ich jetzt nicht. Ich betrachte mein Spiegelbild im Wasser und lasse meine Züge in der Wand Revue passieren. Die eine schwierige Passage, die volle Konzentration und die Befriedigung, es geschafft zu haben. Bis hierhin zu gelangen, bedeutet nicht nur Erfolg, sondern Wachstum. Der Himmel färbt sich rötlich, es wird kühler. Die Nacht schafft Raum für Ruhe und Reflexion. Ich blicke zum Himmel hoch. Heute ist die Nacht des heiligen Lorenzo – vielleicht sehen wir Sternschnuppen.

Das Gras glitzert in den ersten Sonnenstrahlen und die kalte Luft belebt mich. Zu Fuss brechen wir auf – mit vollem Rucksack, aber unbeschwert. Wir folgen weiter der Rundwanderung, dem alten Bewässerungskanal von Canà entlang. Er wurde in den Fels geschlagen und beweist den Ideenreichtum und die Anpassungsfähigkeit der Berglerinnen und Bergler. Der Weg steigt hinab durch stille Wälder und sonnige Lichtungen. Dann sehen wir wieder Fusio. Ich erkenne von weitem die Umrisse der alten Häuser mit ihren Steindächern . Wir folgen derselben Strasse und erfreuen uns wieder an den schönen Ausblicken. Ich sehe die Landschaft mit neuen Augen: der rauschende Fluss, der gemeisselte Stein, die alten Dorfkerne. Alles scheint nun anders zu sein.

Rachele Gadea Martini, - Direktorin der Fondazione Valle Bavona
Rachele Gadea Martini,Direktorin der Fondazione Valle Bavona
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Ich schätze vieles an diesem Tal: den frühen Morgen, die Stille und den Nebel in der Talsohle.
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NÜTZLICHE INFO

Mognola Rock Climbing bietet zehn Sektoren mit Routen von leicht bis schwierig. Vor Ort kann Material gemietet werden. Der Bergsee ist auch ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen zu den umliegenden Gipfeln.


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