Nebenan setzt die orange-blaue Zahnradbahn zur Fahrt auf den Monte Generoso an, wo seit 2017 Bottas Steinblume steht. Wir steigen in den Sattel und sind bereit für die Tour, die uns als Erstes durch die ruhigen Strassen von Capolago führt. Das metallene Geräusch der Schienen wird leiser, während wir uns entfernen. Die Luft ist frisch, unser Rhythmus langsam und am Horizont wird ein blauer Streifen sichtbar: der See. Die wenig befahrene Strasse führt durch Häuser mit bunt bemalten Toren. Rechts sehen wir das Baptisterium San Giovanni, das älteste erhaltene christliche Bauwerk der Schweiz. Es ist Zeit für einen ersten kulturellen Halt in dieser ruhigen Ecke von Riva San Vitale.
Wir treten wieder in die Pedale und folgen dem See. Seine Oberfläche ist von der leichten Brise gekräuselt. Eine Ente, die auf dem Steg liegt, waermt sich in der Sonne auf. Ein Kayak kommt mit jedem Paddelstoss näher, bis es auf unserer Höhe ist. Wir haben es nicht eilig, sondern wollen uns umsehen und jeden Augenblick geniessen. Nach rund zwanzig Minuten erreichen wir das Dorf Brusino. Auf beiden Strassenseiten sind bunte Häuserreihen, wenige Schritte vom See entfernt. Am anderen Ufer ragt über den Dächern von Morcote der unverwechselbare Glockenturm der Kirche Santa Maria del Sasso.