Geschichte: Leben in Melide zwischen See und Keller

Als Kind mochte ich eigentlich keinen Fisch

In Melide, dem Mekka für Fischer am Luganersee, lädt Gabriella zu köstlichen Abendessen mit frischen Produkten aus See und Garten ein.

In ihrer historischen Cantina, einem einladenden Kellerraum, können die Gäste von Swisstavolata aromatische Fischspeisen probieren.

DAS IST

Gabriella Monfredini Rigiani, Gastwirtin swisstavolata.ch

Gabriella Monfredini Rigiani, Gastwirtin swisstavolata.ch
Als Kind ass ich nur Alborellen und Sonnenbarsch, dann probierte ich eines Tages einen Hecht, den die Nonna nach venezianischer Art zubereitete … und er war köstlich!

5 Uhr morgens, der Wecker klingelt. Was für eine verrückte Idee! Doch das Abenteuer wartet: Heute fischen wir unser Abendessen selbst. Es ist noch dunkel. Kurz vor Sonnenaufgang. Der See liegt ruhig und spiegelglatt da, so als ob er schläft. Im Lago di Lugano tümmeln sich Forellen, Hechte, Felchen und andere Fische. Besonders Melide ist ein solcher Hotspot. Daran hält sich auch Gabriella Monfredini Rigiani, deren Leben gleich im doppelten Sinne an den See gebunden ist.

Gabriella ist in Melide aufgewachsen. Doch schon mit 5 Jahren kam sie zur Fischerei. Ihre Mutter, eine leidenschaftliche Fischerin, nahm sie regelmässig mit auf den See. Als sie älter wurde, nutzte sie als einzige das Boot des Vaters. Später arbeitete sie als Guide auf den Schiffen der Schifffahrtsgesellschaft am Luganersee. Doch auch als diese Erfahrung zu Ende ging, blieb sie ihrem Element treu.

Gabriella rudert für ihr Leben gern. Und welcher Fischer ist nicht froh über eine solche Hilfe, um in Ruhe die Netze auslegen zu können?
Zumal sich Gabriella als lebenslustige und sympathische Begleitung erweist, die immer ein Lächeln im Gesicht hat. Die Blumen auf ihren Kleidern lassen Frühling werden.

Um den See zu erleben, gibt es wohl keinen besseren Platz als die Fieberglas-Sitzbank einer Gandria: Auf den Wellen schaukeln und sich dabei den Wind mit dem typischen Geruch des Sees um die Nase wehen lassen. Gandria sind Boote, die häufig von Fischern benutzt werden. Doch auch viele Ortsansässige besitzen sie, um nach Feierabend oder am Wochenende zu einer Rundfahrt aufzubrechen.

 

Vom See aus verändert sich der Blick auf die Welt. In Melide sind die Hotels zu sehen. Was sich dort noch am Ufer versteckt, weiss Gabriella zu berichten. Denn etwas abseits vom See, hinter der Durchfahrtsstrasse, liegen die so genannten Cantine.

Während die Cantine von Gandria mit ihren heutigen Grotti, die zu traditionellen Speisen in heimeliger Atmosphäre einladen, fast jeder kennt, sind die Cantine von Melide ein Geheimtipp.

Ich war die letzte Guide aus Fleisch und Blut auf den Schiffen der Schifffahrtsgesellschaft am Luganersee, nach mir haben Audio-Kassetten die Ansagen übernommen.

Wie genau die Cantine entstanden sind, ist nicht bekannt. Jedoch wird ihnen eine wichtige Rolle in der Geschichte zugeschrieben. Melide hat sich über die Jahrhunderte zu einem florierenden Ort entwickelt, dank Handel, Verkehr, Industrie (Zigaretten, Bier, Glocken, usw.) und Tourismus. In den Kellern konnten Wein und Lebensmittel kühl gelagert werden. In den oberen Gebäuden, in denen teilweise Restaurants entstanden sind, trafen sich Freunde und Geschäftsleute, beispielsweise um einen Fisch aus dem See zu verspeisen.

Pro tip
Um zu probieren, was der See zu bieten hat, können Sie dank swisstavolata.ch in den Keller von Gabriella gehen.
Dank der besonderen geologischen Beschaffenheit der Zone, bleiben die Räumlichkeiten von «cantine» und «grotti» im Sommer kühl, während sie im Winter nicht unter Null Grad fallen.
Vor dem Bau der Strassenbrücke im Jahr 1847 überquerten Händler, Marktleute und Pilger den See zwischen Melide und Bissone.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wem läuft nicht das Wasser im Mund zusammen angesichts einer in Folie gebackenen Forelle frisch aus dem See?
Unsere Reiseleiterin bereitet einen der am Morgen frisch gefangenen Fische vor. Der wird im Ofen ihrer wunderschönen Cantina gebacken.

 

Die Besonderheit: Direkt vor dem Lokal, gibt es einen Gemüsegarten, aus dem die frischen Tomaten, das Basilikum und die anderen Kräuter für Gabriellas Kreationen stammen.

 

Hier empfängt sie die Gäste von Swisstavolata; eine Initiative, bei der Landwirte, Fischer und Köche ihre Küchen öffnen und lokale Köstlichkeiten anbieten.

«Ich liebe es, die weniger bekannten Fischspezialitäten aus der Region vorzuführen.»

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Kaum vorstellbar, dass Gabriella als Kind fast keinen Fisch mochte, nur Alborellen und Sonnenbarsch. Eines Tages angelte die Mutter aber einen enormen Hecht, den die Nonna nach venezianischer Art zubereitete … «Und er war köstlich!» erinnert sich Gabriella lachend.
Lassen wir das Essen nicht kalt werden. Dazu ein Schluck weisser Merlot und Buon Appetito!

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