Geschichte: In Stein gemeisselt

Wo Künstler Seite an Seite arbeiten

Künstler aus der ganzen Welt finden sich im Centro Internazionale di Scultura ein und die Scuola di Scultura bietet eine grosse Auswahl an Kursen an.

Fern von den Seen und Städten, fast am Ende des Maggiatals, offenbart der Fels seine pure, schroffe Schönheit. In Peccia erwartet die Besucher ein beeindruckender Marmorsteinbruch und eine Bildhauerschule, die neugierig macht. Wer sind Almute und Alex?

DAS IST

Almute und Alex Naef, Bildhauerschule Peccia

Almute und Alex Naef,  Bildhauerschule Peccia
Die Musik der Schmiede ist wie ein Tanz: Der Ton ist auf der ganzen Welt gleich und entsteht ganz von selbst.

Anfangs ist die Strasse, die von Locarno ins Vallemaggia hineinführt, noch breit und eben, weiter hinten im Tal wird sie steil und kurvig. Der Weg führt vorbei an charakteristischen Dörfern, die voller Geschichte stecken und Zeugnis von Emigration und Glückssuche in der Neuen Welt sind. Felswände ragen imposant in die Höhe, die Berge rundherum, das Licht und diese besondere Energie. Peccia steckt voller Inspiration.


Schon von Weitem sind die Schläge des Hammers zu hören, mit dem Alex die Spitzen der Meissel bearbeitet. Hinter ihm prasselt das Feuer in der Schmiede. Alex Naef, Direktor der Bildhauerschule Peccia, ist Bildhauer der dritten Generation. Geboren wurde er 1954 im Kanton St. Gallen, schon sein Vater und sein Grossvater arbeiteten mit Stein. Nach dem Kunst- und Pädagogikstudium kam er 1986 nach Peccia und baute die Schule auf, die er seit 34 Jahren leitet.

Eine grosse Herausforderung und ein tolles Abenteuer, bei dem Alex nicht alleine blieb. An seiner Seite steht Almute Grossmann-Naef ein, heute Ko-Direktorin der Schule und Mitglied des Stiftungsrats des Internationalen Bildhauerzentrums, das Ausstellungen und Künstler-aufenthalte organisiert.

Heute organisiert die Einrichtung während der sechs Monate Betrieb im Jahr mehr als 40 Wochen Kurse mit über 400 Teilnehmern, von Anfänger bis Profis. Jeder bekommt Raum für seine Kreativität. Das ist das erklärte Ziel der Schule. 

Unsere Aufgabe war es, jedem die Möglichkeit zu kreativem Schaffen zu geben.

Es ist ein ganz besonderes Gebiet hier: Die Geschichte des Ortes und seiner Anwohner ist überall spürbar. Hier musste sich der Mensch schon immer mit Fels und Natur auseinandersetzen. Almute fühlt diese Energie und weiss, dass sie jeden Besucher beeinflusst, egal ob dieser kommt, um sein Können zu perfektionieren, ein neues Talent in sich zu entdecken oder einfach um neue Erfahrungen zu sammeln.

Peccia ist nicht nur als Kraftort bekannt, sondern auch für den Marmorsteinbruch, der in nur fünf Kilometer Luftlinie Entfernung auf 1’400 Höhenmeter liegt und dem Betrachter Respekt einflösst.

Es ist schon vorgekommen, dass eine Person anreist, die noch nie einen Meissel in der Hand hatte und nach zwei Wochen Kurs etwas aus dem Stein holt, was sie niemals von sich erwartet hätte. 

Pro tip
Der Altar der Kirche im nahegelegenen Giumaglio ist aus Marmor von Peccia. Die Kirche ist der Heiligen Jungfrau geweiht.
Der Marmorbruch in Peccia ist ein weisser Riese. Er wurde im Jahr 1946 eröffnet und beschäftigte in den 1970er Jahren bis zu 40 Arbeiter.
Einst roten Marmor für ganz Europa lieferten die Steinbrüche von Arzo. Heute erwachen sie durch Open Air-Events zu neuem Leben.

Peccia, obwohl es abgelegen inmitten hoher Felswände liegt, ist heute kein Ort der Einsamkeit. Das Künstlerzentrum vernetzte sich sofort mit Universitäten, die das Potential dieser Schule in den Bergen erkannten.

In der Vergangenheit wurde tonnenweise Marmor nach Nordeuropa exportiert. Das Amphitheater, welches beim Abbau des Gesteins entsteht sorgt für eine spektakuläre Szenerie.

In den Ateliers des neuen Internationalen Bildhauerzentrums können turnusmässig 5 Künstler residieren, der Pavillon bietet Platz für Ausstellungen mit internationaler Reichweite. Es ist ein Ort der Begegnung, der die Kreativität beflügeln und Kunstrichtung sowie Umgebung aufwerten soll.

Die Eröffnung des Zentrums im Mai 2020 krönt die Arbeit von Almute und Alex. 
 

«Der Marmor und die Sonne des Südens passen sehr gut zusammen.»

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