Geschichte: Wo es glitzert in den Alpen

Ein Mini-Nepal mit Kristallen, Keksen und Schneeschuhen

Das Bedrettotal bietet schönste Kristalle, ebenso wie wilde und intakte Natur. Das ideale Gebiet, um Zeit mit der Familie zu verbringen und die berühmten Pastefrolle zu probieren.

Im Herzen Europas, im Hochgebirge und Lebensraum der Adler und Steinböcke, verborgen zwischen rauen Felswänden und unwegsamen Bergpässen, lassen sich glitzernde Schätze entdecken. Sie sind durchsichtig oder bunt, spitz oder kompakt und ein Symbol für Kraft und Durchhaltevermögen. Das Bedrettotal bietet schönste Kristalle, ebenso wie wilde und intakte Natur. Das ideale Gebiet, um Zeit mit der Familie zu verbringen und die berühmten Pastefrolle zu probieren.

DAS IST

Agnese und Marco Leonardi, Impianti Turistici Cioss Prato

Agnese und Marco Leonardi, Impianti Turistici Cioss Prato
Tagelang findet man nichts und dann einen Kristall. Jedes Mal ist es wie das erste Mal.

Agnese, wie hat alles angefangen?

Marco stammt aus dem Bedrettotal. Seine Eltern waren Gastwirte, er selbst arbeitete als Schreiner. Ich zog als Kind ins Leventinatal, wurde in Valchiavenna geboren, nahe dem Comer See. Als Marco und ich heirateten, entschieden wir, uns im Bedrettotal niederzulassen, in der herrlichen Ruhe und dem Frieden dieses wunderschönen Tals. Ich habe die Berge immer geliebt: Mit 21 Jahren war ich in Nepal, hier fand ich später das Gebirge in Miniaturform. Eines Tages kam uns die Idee: Warum betreiben wir keinen Skilift im Tal? Und übernahmen daraufhin die Anlage in Cioss Prato.

Ist das also ein Ort für den Winter?

Das Bedrettotal ist zu allen Jahreszeiten wunderschön. Wir haben mit dem Lift angefangen. Für die kleine Skianlage, die in den 1970ern dank der Initiative einer Gruppe Freunde entstand, wurden neue Betreiber gesucht. Wir übernahmen sie im Jahr 2005. Direkt bei uns führen auch Langlaufloipen und Schneeschuhtrails vorbei, die seit 2018 zum SchweizMobil-Netzwerk gehören. Es kommen Leute aus der ganzen Schweiz vorbei.

Ein Durchgangstal. Wer die Route kennt, weiss, dass es sich weder um die einfachste noch um die schnellste Strecke handelt. Doch die Erlebnisse, die das Bedrettotal bereithält, sind diesen Umweg wert. Eingangsportal zum Tessin – oder auch letzte Etappe vor der wilden Bergwelt der Alpen –, von hier aus lässt sich in nur wenigen Minuten eine Welt abseits erreichen. Der perfekte Ort für jemanden, der Ruhe und Entspannung sucht.

In Cioss Prato erwartet die jungen Urlauber ein Spielplatz mit Türmen und Burgen, im Winter ein Skilift, Wanderwege voller spannender Objekte, köstliche Süssspeisen und eine Grotte mit Kristallen. Hinter dieser tollen Erlebniswelt stecken Agnese und Marco Leonardi, ein junges Paar mit Kindern, das sich für ein Leben in diesem idyllischen Tal entschieden hat.

Der Schnee gehört zur Identität des Tals. Manchmal muss die Strasse wegen Lawinengefahr geschlossen werden. In der Vergangenheit war das Tal schon einige Male vom Rest der Welt abgeschnitten. Doch mit Schnee wird die Umgebung zur Märchenlandschaft.

Einmal hatten wir zwei Damen vor der Tür, die in den frühen Morgenstunden im Aargau aufgebrochen sind, um das Bedrettotal auf Schneeschuhen zu erkunden.

Marco ist wie ein Vulkan, immer mit neuen Ideen.

Doch nicht nur der Schnee glitzert hier: Marco, in Cioss Prato habt ihr viel Raum für Kinder geschaffen, aber auch für Kristalle. Wie kommt es dazu?

«Den Spielplatz wollten wir immer schon kreieren. Wir haben in Etappen begonnen, Schritt für Schritt. Wir überlegten uns weitere Attraktionen für unsere Gäste, die Natur und Landschaft geniessen wollen. Und dann schafften wir noch Platz für die Kristalle: Dabei handelt es sich um eine familiäre Leidenschaft, die über Generationen weitergegeben wurde.»

Pro tip
Gold und Kristalle. Im Malcantone gibt es eine alte Goldmine, aus der das Edelmetall bis 1952 abgebaut wurde. Heute steht sie für Besichtigungen offen und hält interessante Informationen über die Goldsuche bereit.
Das Bedrettotal ist ein naturbelassenes Paradies in kurzer Entfernung zur Autobahn und Ausgangspunkt für viele Wanderungen bis zum Gotthardpass oder ins Maggiatal.
Die Kristallgrotte ermöglicht es Ihnen, echte versteckte Schätze zu entdecken.

Der Mensch ist immer schon von Kristallen fasziniert gewesen, spricht ihnen übernatürliche Kräfte zu. Sie sind auch ein Symbol für Macht. Bis heute dienen sie als besondere Geschenke. Die Kristalle stammen aus den Tiefen des Gotthards, einem Bergmassiv mit hoher Bedeutung für die Schweiz. Mein Vater Gilberto suchte leidenschaftlich gern Kristalle, ich begleitet ihn oft.

Er fand schon die tollsten Gesteine. Wir entschlossen uns deshalb dazu, die schönsten Fundstücke in der Kristallgrotte auszustellen, die wir eigens dafür gebaut haben. Es ist mehr als eine einfache Gesteinsausstellung. Es ist ein Erlebnis für jeden Besucher.

Wie ist es, in die Tiefen des Felsens vorzudringen? 

«Im Gebirge verbergen sich wunderschöne Kristalle. Vor diesen Gesteinen zu stehen, die über 15 Millionen Jahre alt sind, berührt mich emotional sehr stark. Tagelang findet man manchmal nichts, und plötzlich ist er da, der Kristall. Jedes Mal ist es, wie das erste Mal. Die glitzernden Kristalle werfen tiefgründige Fragen auf. Sie sind mehr als ein einfacher Stein. Die Suche nach Kristallen ist eine Leidenschaft.»

Von den Kristallen aus dem Erdinneren zu Zuckerkristallen: Ihr produziert köstliche Pastefrolle. Agnese, wie lautet das Geheimrezept für das Gebäck?

«Jeder hat sein eigenes Rezept: Die Pastefrolle werden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts von Hand in den Häusern des Bedrettotals hergestellt. Unsere basieren auf dem Rezept von Marcos Tante. Wenn ich das Strahlen in den Augen sehe, vor allem von Kindern, wenn sie das Gebäck probieren, erfüllt mich das mit Freude.»

«Das Rezept für die Pastefrolle erhielten wir von Marcos Tante.»

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