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Morbio Inferiore

Die erste menschliche Siedlung in Morbio Inferiore geht auf das Altertum zurück. Das Dorf war bereits während der Römerzeit bevölkert, wie die 1851 erfolgte Entdeckung von drei Gräbern und die 1920 ausgegrabenen Grundmauern einer römischen Villa belegen. Die ständige Anwesenheit von Menschen ließ sich auch durch Studien an der antiken Pfarrkirche San Giorgio nachweisen. Das während der langobardischen Herrschaft (7. - 8. Jahrhundert) erbaute Gebäude beherbergte in der Folge sieben verschiedene Kirchen in ebenso vielen unterschiedlichen Epochen, wie die Inschrift auf dem Architrav des seitlichen Eingangs mit den Jahreszahlen 1309, 1550, 1670, 1750 und 1978 bezeugt.

 

Während des Mittelalters und bis ins 18. Jahrhundert unterstand Morbio Inferiore der Pieve Balerna. Die Wallfahrtskirche Santa Maria dei Miracoli, die ab 1595 auf den Überresten eines antiken Schlosses errichtet und 1613 eingeweiht wurde, wurde 1776 in den Rang einer Pfarrkirche erhoben und die Vizepfarrei von Morbio löste sich von der Stammpfarrei von Balerna. Eben dieses Schloss, das auch auf dem Gemeindewappen mit einem weißen und einem roten Turm abgebildet ist, spielte eine grundlegende Rolle in der Entwicklung des Dorfes. Um die ab 1198 dokumentierte, aber mit Sicherheit ältere Burg stritten sich die Eidgenossen und der Herzog von Mailand. Sie hatte verschiedene Besitzer und wurde 1517 von den Schweizern niedergerissen, die nur eine kleine Kapelle inmitten der Trümmer stehen ließen.

 

Als landwirtschaftlich geprägter Ort (am häufigsten wurden Mais, Maulbeeren, Tabak und Reben angebaut) mit ein paar Mühlen entlang des Flusses Breggia, erfuhr Morbio Inferiore während des 20. Jahrhunderts eine tiefgreifende Veränderung aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung: Es entstanden Industrien wie die Großbäckerei, die Brauerei und eine Zementfabrik und der Ort wurde dadurch in den letzten Jahrzehnten zu einer Wohngemeinde. 1977 führte Mario Botta die Mittelschule aus, die als „bedeutend für die Entwicklung des Schulhausbaus im Kanton Tessin“ gilt. Zwei Jahre später kam eine Skulptur von Pierino Selmoni zu der Schulanlage: Der „Uomo semisommerso“ (der halb untergetauchte Mann) aus Granit auf dem Rasen vor dem Gebäude.

Eigenschaften

  • TRANSPORTMITTEL Bus