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Madonna del Sasso in Orselina

Das Sanktuarium Madonna del Sasso in Orselina oberhalb Locarno ist der berühmteste Wallfahrtsort der italienischen Schweiz. Er wurzelt in einer uralten Tradition der Weihegabe. Die Route folgt dem Weg der Pilger, die auf den Hügel gestiegen sind, um Hilfe zu erbitten oder für die Rettung aus einer Gefahr zu danken, die dank der Fürsprache der Jungfrau Maria abgewendet wurde. Ebenfalls vorgesehen ist der Besuch der Wallfahrtskirche und des Museums mit der reichhaltigsten Sammlung von Votivbildern im Kanton Tessin.

Der Aufstieg erfolgt zu Fuss (von den Portici der Piazza Grande durch die Via delle Monache, Via dei Cappuccini und Via al Sasso), um die Verkündigungskirche und die nahen Kapellen des heiligen Joseph und der Heimsuchung Mariä zu erreichen. Gleich danach erinnert ein Bild an die Erscheinung der Madonna im Jahr 1480. Hier gabelt sich der Weg: nach links die steile Via Crucis, nach rechts, durch eine wilde Landschaft, die Strada delle cappelle. Die Kapellen sind leider zum grössten Teil verschwunden (in einer der übriggebliebenen werden Skulpturengruppen aufbewahrt). Beide Wege führen hinauf zum Wallfahrtsort. In einer knappen halben Stunde ist der Gipfel des Sacro Monte erreicht, auf dem die Basilika und das Kloster stehen. Vom Eingang aus ist der gegen das Wohnhaus der Ordensleute gerichtete Hof erreichbar. Man steht vor einer Kapelle mit einem im Stil der lombardischen Gotik gehaltenen Altarbild (Ende 15. Jahrhundert), das eine ausdrucksstarke Pietà darstellt. Rechts davon das ursprüngliche Wohnhaus der Klosterbrüder (Casa del padre), in dem heute ein Museum mit zahlreichen Exvotos eingerichtet ist. In der nahen Kapelle von Roll wurde eine Gruppe von Holzfiguren aus dem 15. Jahrhundert (Trauernde am Heiligen Grab) angebracht. Beim Aufstieg auf der Freitreppe stösst man auf die Kapelle des Letzten Abendmahls; die Skulpturen aus Terrakotta werden Francesco Silva aus Morbio (erste Hälfte des 17. Jahrhunderts) zugeschrieben. Es folgen eine Nische mit einer Pietà aus dem 17./18. Jahrhundert, die Kapelle des Heiligen Geistes, die ebenfalls Silva zugeschrieben wird, und ein grosses Kruzifix. Die letzte Freitreppe führt hinauf zur Wallfahrtskirche und dem weiten Vorplatz mit einer grossartigen Aussicht auf den See und die umliegenden Berge.


Sehenswürdigkeiten:

Sanktuarium Madonna del Sasso
Der Sacro Monte umfasst eine ganze Reihe von architektonisch interessanten Bauwerken: die Verkündigungskirche, die Via Crucis und der Kapellenweg, die Wallfahrtskirche Madonna del Sasso und das Kloster. Es begann alles mit dem Bau einer Kapelle (etwa 1485-87), mit einer Statue der Heiligen Jungfrau, veranlasst durch Bruder Bartolomeo da Ivrea vom Franziskanerkloster in Locarno. Die Überlieferung besagt, dass genau an diesem Ort, in der Nacht vom 14. auf den 15. August 1480, die Madonna mit dem Kind auf den Armen Fra Bartolomeo erschienen ist. Darauf zog er sich zum Gebet auf den Hügel zurück und lebte fortan in einer Grotte. Die Urkunden aus jener Zeit enthalten keinen Hinweis auf die Erscheinung, wohl aber auf Schenkungen und Verkäufe, die mit der Errichtung eines Zentrums der Marienverehrung auf dem Felssporn zwischen den beiden Armen des Ramogna-Bachs zusammenhängen. Die ersten Schilderungen des wunderbaren Ereignisses sind aus dem Jahr 1625. Man weiss nicht, ob die Idee eines Sacro Monte Fra Bartolomeo (er starb zwischen 1511 und 1513) zuzuschreiben ist. Fest steht, dass sich rund um den Felssporn eine populäre Marienverehrung entwickelte: Die ursprüngliche Kapelle wurde sehr bald in eine Kirche verwandelt (Erweiterungen im 16. und 17. Jahrhundert; aus der Einsiedlerklause wurde ein kleines Kloster. Das Projekt eines Sacro Monte - eine Form religiöser Bauwerke, die damals rund um die oberitalienischen Seen (Varese, Orta, Varallo) verbreitet war - gelang jedoch nur teilweise: die Verkündigungskirche am Fuss des Hügels wurde gebaut, auch einige Kapellen im schattigen Tal, von denen wenig übriggeblieben ist. In den Jahren 1617-19 wurde ein neuer Weg errichtet, der den Rosenkranzgeheimnissen gewidmet werden sollte. In der Folge wurden die Kreuzwegkapellen ausgemalt (1817). Die historischen Ereignisse im neu gegründeten Kanton Tessin führten dazu, dass um die Mitte des 19. Jahrhunderts die Kapuziner auf den Hügel gerufen wurden. Sie leiteten die Erneuerung des Klosters und der Kirche ein. Die letzten Restaurierungsarbeiten gehen auf das Jahr 1980 zurück, als der 500. Jahrestag der Madonna del Sasso - in der Zwischenzeit der wichtigste Wallfahrtsort der italienischen Schweiz - gefeiert wurde.
Die Fassade der Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts neu gestaltet. Der grosszügige Vorplatz gibt den Blick frei auf eine der beiden Flanken des Felssporns und das tief eingegrabene wilde Tal. Auf der Seite der Kirche öffnet sich eine Säulenhalle mit Bogengang, von der aus man eine schöne Aussicht auf das Locarnese geniesst.
Der Kirchenraum ist in ein Hauptschiff und zwei Seitenschiffe unterteilt. Die Deckengewölbe sind mit Stuckaturen und Fresken geschmückt. Im rechten Seitenschiff ist das Bild der Flucht nach Ägypten von Bartolomeo Suardi, Bramantino genannt (etwa 1520) zu sehen, im linken Schiff die Grablegung Christi , die Antonio Ciseri aus Ronco sopra Ascona gegen 1870 in Florenz gemalt hat. (Die Skizzen werden im Museum aufbewahrt.) Die Basilika weist weitere bedeutende Kunstwerke auf: Verkündigung von Bernardino de Conti (ca. 1500); der Tod der Heiligen Jungfrau, ein grosses Gemälde aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht der 1792 errichtete Hochaltar mit der Statue der Madonna del Sasso, einer Holzskulptur aus dem späten 15. Jahrhundert . Die Marienverehrung wird durch viele Exvotos bezeugt: Bildtafeln, Stickereien, Banner, goldene Herzen, einfache Dankeskarten.
Eine Sprache der Hoffnung und der Verzweiflung, die im Museum fortgesetzt und erweitert wird durch zahlreiche Exvotos, die mit der Geschichte des Heiligtums zusammenhängen, zudem zwei Sammlungen aus Italien, die 2001 erworben wurden (ca. 1800-1930, volkstümliche Kunst). Von den rund 150 Votivbildern des Sanktuariums hat der Maler Vanoni aus dem Maggiatal deren 35 geschaffen. Die Werke stammen aus einer langen Zeitspanne, vor allem aus dem 19. und 20. Jahrhundert, eines geht auf das Jahr 1733 zurück, andere sind kürzlich entstanden. Die Bilder lassen Rückschlüsse zu auf das Alltagsleben. In die Unfälle sind Karren und Kutschen, später Autos und Züge verwickelt. Dem bäuerlichen Missgeschick (Schlangenbiss, Sturz in den Wildbach, folgen die Gefahren des Verkehrs , der Baustellen , des städtischen Lebens. Andere Dramen sind nicht zeitgebunden: Krankheiten, Brände , Ertrinken, Epidemien , Lawinen, Überschwemmungen, Krieg . Manche werden mehrmals betroffen, wie das Exvoto 1812-1835 beweist, das gleich vier von einer einzigen Person überstandene Gefahren zeigt.
(Kirche offen, Museum auf Anfrage Tel. +41 (0)91 743 62 65)

Verkündigungskirche aus dem Jahr 1502

Kapelle der Heimsuchung Mariä (Skulpturengruppe)

Via Crucis
zwölf Kreuzwegkapellen in gelber und ziegelroter Farbe, mit den Szenen der Leidensgeschichte aus Gusseisen (1903).

Via delle cappelle (strada della valle)
eine einzige gut erhalten gebliebene Kapelle (Skulpturen der Geburt Christi und der Anbetung der Könige).

Casa del Padre
einst das schlichte Wohnhaus der Klosterbrüder, 1535 erweitert, heute Museum (liturgische Geräte, Paramente, Votivbilder).

Kapelle der Pietà
eindrucksvolles Altarbild, Ende des 15. Jahrhunderts

Kapelle von Roll
mit Holzfiguren aus dem 15. Jahrhundert, die Wehklage Christi darstellend.

Kapelle des Letzten Abendmahls
mit der Francesco Silva zugeschriebenen Figurengruppe aus Terrakotta, erste Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Nische mit einer Pietà aus Holz (17./18. Jh.)

Kapelle des Heiligen Geistes
(Skulpturen, Francesco Silva zugeschrieben, etwa 1625-50)

Kruzifix von Milo Cleis aus Ligornetto, 1985.

Tipps

  • Wasserdichte Kleidung, leicht und warm
  • Wanderschuhe
  • Handschuhe, Sonnenkappe, Unterwäsche
  • Rucksack, maximal Gewicht 5-8 kg
  • Erste Hilfe Set mit Taschenmesser
  • Schlafsack für Übernachtung in Berghütte
  • Taschenlampe, Sonnenbrille, Sonnencreme, Wasserflasche
  • Wanderkarte/Topografische Karte
  • Kompass
  • Fotoapparat
  • Essen
  • Regenschutz für Rucksäcke

 

Montagnepulite: Dieses Projekt wurde ins Leben gerufen, um eine effiziente und nachhaltige Führung der Berghütten im Tessin zu erreichen, insbesondere die Abfallentsorgung. Die verantwortungsbewusste Entsorgung von Abfällen ist eine Frage des gesunden Menschenverstands. Wir alle können eine Beitrag leisten:


https://www.montagnepulite.ch/de/goldene-regeln

Varianten

Tipp:
Locarno - Orselina mit der Zahnradbahn Locarno Madonna del Sasso (Haltestelle Santuario)

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