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Kirche S. Vittore

Der Ursprung der Kirche San Vittore geht auf das 9./10. Jhdt zurück. Trotz späterer Umbauten wurde die feierliche romanische Struktur beibehalten. In späteren Zeiten wurden zahlreiche Bauelemente beigefügt: der Glockenturm, ein Vorbau beim Eingang, der als Taufkapelle diente, die Sakristei auf der Ostseite, eine kleine Säulenhalle mit fünf Arkaden, die das alte Beinhaus umschliesst, und darin ein kleines Gebäude, das "Oratorio della Confraternita del Sacramento" genannt wird. Die eindr ucksvolle Granitfassade, die nach oben spitz ausläuft, und die Apsis aus sorgfältig behauenen Steinquadern auf der linken Seite weisen die deutlichsten romanischen Stilmerkmale auf und sind auch am ehesten unverändert erhalten geblieben. Auf der Südseite steht der Glockenturm im Stil des 16. Jhdt. Er weist an der Fassade ein Basrelief d es heiligen Viktors zu Pferd und eine Inschrift zu Ehren von Franchino Rusca, ein Werk von Martino Benzoni (1460) auf. Das Relief ist hier angebracht worden nach dem Abbruch des Hauptturms des Castello Visconteo in Locarno (1531). Die 3 Kirchenschiffe sind durch 5 Säulenpaare und die Apsis unterteilt, die ihrerseits kleine Seitenapsiden aufweist. Stufen führen hinauf zum Presbyterium und zum Chor, die 1859 erneuert und erhöht wurden. Vor einigen Jahren begonnene umfassende Restaurierungsarbeiten haben die Struktur der Kirche wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt, während die Auffrischung der Fresken immer noch im Gange ist. Unter dem Presbyterium befindet sich die dreischiffe Krypta, ein wertvolles und interessantes Beispiel der romanischen Baukunst. Die Säulen sind mit Kapitellen aus unterschiedlichem Material und von verschiedener Form versehen. Keines der 22 Kapitelle ist gleich wie das an dere, so dass sich ein wahres Musterbuch der lombardischen Kunst der damaligen Zeit ergibt, sowohl hinsichtlich der Phantasie der Gestaltung als auch der Machart.