bis
Jean-Marie Reynier, Scappato di casa
Die Ausstellung vereint Bilder, die in den letzten fünf Jahren mit verschiedenen analogen Techniken (unveröffentlichte Editionen, Polaroid und Instax) entstanden sind – einer Zeit, die für den Künstler die Rückkehr zur Fotografie als primäres Medium seiner künstlerischen Forschung markierte. Diese intime Reise umfasst universelle Themen wie Natur, Zuneigung, Alltag, Krankheit und Tod und verwebt Erinnerung, Präsenz und Transformation.
Reynier begann seine Leidenschaft für die Fotografie während seines Studiums am CSIA in Lugano. In den darauffolgenden Jahren konzentrierte er sich zunächst auf Druckgrafik, dann auf Malerei und Zeichnung, Collage und verschiedene Installationsformen – Techniken, die ihm einen festen Platz in der zeitgenössischen Kunstszene sicherten. Vor fünf Jahren, zeitgleich mit dem Ausbruch einer schweren Krankheit, die ihn lange Zeit ans Krankenhaus fesselte, wandte sich Reynier wieder der Fotografie als primärem Medium seiner Forschung zu. Diese Entscheidung, die zunächst aus praktischen Gründen aufgrund seiner eingeschränkten Mobilität und Energie getroffen wurde, erwies sich als fruchtbar. Seit 2021 hat Reynier Tausende von Fotografien aufgenommen und dabei verschiedene Kameratypen sowie Schwarzweiß- und Farbfilme getestet – ein fotografisches Abenteuer, das ihm nicht nur eine Neuausrichtung seines künstlerischen Weges ermöglichte, sondern ihn auch auf eine Reise durch sein Leben zurückführte.
Die sechzig für die Ausstellung in der Casa Pessina ausgewählten Werke aus diesem umfangreichen Korpus sind mit den Menschen und Orten verbunden, die den Alltag des Künstlers prägen: oft schwebende und vieldeutige Bilder, nebelverhangene Landschaften, verschwommene Gesichter und von hinten fotografierte Figuren, persönliche Gegenstände auf einem Krankenhausbett, Seeansichten, die die Grenze zwischen Wasser und Himmel verwischen, Totenköpfe neben Gummidrachen oder blühenden Gänseblümchen.
Eine „Erforschung der Erinnerung“, wie Reynier es nennt, durch die der Künstler das Wesen der fotografischen Geste selbst hinterfragt und versucht, sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, dass ein Foto, so sehr es auch einen Moment einfangen kann, nicht auch die damit verbundene emotionale Erfahrung bewahren kann und daher unweigerlich dem Vergehen unterworfen ist.
Merkmale
-
WannVon 31.05.2026 bis 05.07.2026
- Kategorie Kunstausstellungen, Kulturell