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Die Speicher im Maggiatal

Die Bezeichnung "Torba" (Speicher) bezieht sich auf die charakteristischen Bauten aus Stein und Holz zur Lagerung von Getreide, vor allem Roggen, die in den Bergtälern bis auf eine Höhe von 1500 Meter über Meer angebaut wurden. Auf den aus Trockenmauern bestehenden Fundamenten ruhen die sogenannten Pilze, vier oder auch mehr, etwa einen Meter hoch, Ihre Basis ist aus Stein oder Holz. Die darüber gelegte, grob zugehauene runde Granitplatte mit einem Durchmesser von rund 80 Zentimetern stützt das eigentliche Getreidelager aus Holzbalken. Die "Torba" war oft von einem Balkon mit Holzverstrebungen umgeben, um die Getreidegarben rascher reifen zu lassen.
Der Ursprung dieser Bauten ist nicht geklärt, denn als "Torba" wurden auch die Wohnbauten und Ställe der Walser in den südlichen Alpentälern bezeichnet, die gegen 1250 in das Maggiatal kamen. Ist jedoch von Getreidespeichern (granaio) die Rede, lässt sich das Entstehungsdatum ab dem 16. Jahrhundert festlegen. Im Valmaggia zählt man noch deren 73, die nach der Aufgabe der letzten Roggenfelder in den dreissiger Jahren nicht mehr benützt wurden.
Die ältesten Speicher sind in Sonlerto im Val Bavona (1591) und in Mogno, einer Fraktion der Gemeinde Fusio (1651) zu finden. Wohl die grösste "Torba" steht in Bosco Gurin und trägt noch den Namen des Eigentümers und das Datum "20. Juni 1805".