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Gemäldegalerie Giovanni Züst

Die Pinacoteca Züst verdankt ihre Entstehung der Grosszügigkeit Giovanni Züsts (Basel 1887 – Rancate 1976), der den Entschluss fasste, seinen Namen mit dem Dorf zu verbinden, das seine neue Heimat geworden war. Aus beruflichen Gründen im Tessin ansässig geworden – ihm gehörte die Transportfirma Züst & Bachmeier aus Chiasso – machte er seine schöne Villa in Rancate, im 19. Jh. von den bereits am Zarenhof tätigen Architekten Botta im russischen Stil gebaut, zu einem echten Privatmuseum.

Nicht nur die 1966 dem Kanton als Schenkung überlassenen Bilder aus dem 17. bis zum 20. Jahrhundert gehörten dazu, sondern auch wertvolle silberne Objekte, die er dem Historischen Museum in Sankt Gallen vermachte (1969), sowie etruskische und griechische Kunstobjekte, die später den Grundstock des Antikenmuseum in Basel bilden sollten (1961).

Züst begann seine Sammlertätigkeit mit dem Erwerb von Bildern Antonio Rinaldis (1816-1875), einem aus Tremona (nur wenige Kilometer von Rancate enfernt) stammenden Maler. Dessen gut hundert Bilder und über zweihundert Zeichnungen bilden heute noch die im engen Sinn lokale Seele der Pinakothek. Wie die anderen in der Pinakothek bestens vertretenen Künstler des Tessiner Ottocento – Luigi Rossi, Adolfo Feragutti Visconti, Pietro Anastasio, Ernesto Fontana, Gioachimo Galbusera, um nur einige zu nennen –, hatte Rinaldi die Accademia di Brera in Mailand besucht, eine Schmiede neuer Talente und ein fruchtbarer Schmelztiegel, in dem junge Menschen von unterschiedlicher geografischer Provenienz sich kulturell austauschen konnten. Anders als Maler wie Rossi und Feragutti Visconti, die zu internationalem Ruhm gelangten, blieb Rinaldi – trotz der guten Qualität seines Werkes – dem Mendrisiotto verhaftet: Er portraitierte die lokale Bourgeoisie, malte Fresken in Kirchen und schuf unterhaltsame Genrebilder.

Wenn auch der Fokus auf das 19. Jahrhundert liegt, kann sich die Pinacoteca Züst rühmen, als öffentliches Museum die meisten Werke – alle von höchstem Niveau – von Giuseppe Antonio Petrini aus Carona (1677-1758/1759) zu besitzen, einem der Hauptakteure des Settecento im Tessin und in der Lombardei.

Höhepunkt der Sammlung bilden die drei an Caravaggio erinnernden Hauptwerke Giovanni Serodines aus Ascona (1594/1600-1630), den Roberto Longhi als „nicht nur den stärksten Maler des Kantons Tessin, sondern einen der grössten des ganzen italienischen Seicento“ bezeichnete: der Heilige Petrus in Meditation („eine Dynamitkapsel in einen kleinen Ofen geworfen“), die Jungfrau Maria der Mercedari und das Portrait eines jungen Zeichners. Obwohl Serodine nur eine kurze Schaffensperiode hatte – Wilhelm Suida nannte ihn „einen strahlenden Meteorit, plötzlich erschienen und zu früh erloschen“ –, und nur eine kleine Anzahl seiner Bilder (weniger als zwanzig) bekannt ist, gehört sein Werk zur Spitze der europäischen Malerei des frühen 17. Jahrhunderts.

Die Sammlungen werden beständig erweitert dank neuer Ankäufe, Schenkungen und Leihgaben – darunter die Leihgabe der Sammlung Molo, die Hauptwerke italienischer Malerei enthält (Fattori, Segantini, Previati, Mosè Bianchi, Cabianca und andere).

Öffnungszeiten
März - Juni: Dienstag - Sonntag: 09.00-12.00 / 14.00-17.00
Juli - August: Dienstag- Sonntag: 14.00-18.00
September - Anfang Januar: Dienstag - Freitag: 09.00-12.00 / 14.00-18.00 und Samstag, Sonntag, Feiertage: 10.00-12.00 / 14.00- 18.00

Geschlossen: Montags, 24/12, 25/12, 31/12, 01/01

Eigenschaften

  • ÖFFNUNGSZEITEN Montag: Chiuso / Geschlossen / Fermé / Closed
  • MUSEEN Kunstmuseen