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Sagno

Das Dorf liegt auf 704 Meter Höhe auf den Hügeln des Monte Bisbino und wurde seit der Bronzezeit bewohnt, wie einige archäologische Funde zeigen. Im Mittelalter bildete Sagno zusammen mit Morbio Superiore eine Vizepfarrei der Pieve Balerna, von der sie sich im 17. Jahrhundert löste; 1802 wurde Sagno eine selbstständige Pfarrei. Die Kirche San Michele Arcangelo dürfte aus spätromanischer Zeit stammen und wurde 1330 erstmals urkundlich erwähnt. Von 1633 bis 1675 war sie bereits Vizepfarrei und wurde in der Folge zwischen 1789 und 1799 von Simone Cantoni im neoklassischen Stil umgebaut. Aus jüngerer Zeit (1843) ist die blutige Episode der „Ereignisse von Bisbino“ bekannt; der Monte Bisbino war damals Schauplatz einer Schießerei zwischen Liberalen und Konservativen, woran noch heute drei Holzkreuze außerhalb des Dorfes erinnern. Im Zweiten Weltkrieg hat die Lage des Berges an der Grenze den Schmuggel über den „Reisweg“ begünstigt.

In Sagno wurden bedeutende Persönlichkeiten geboren, wie der Abt Antonio Fontana (1784-1865), dessen reichhaltige Bibliothek sich im Pfarrhaus neben der Kirche befindet, der Maler Erennio Spinelli (1846-1931) und Anselmo Mombelli, „ul Mumbelùn“ genannt, Optiker, Reisender und vor allem vielseitiger Erfinder (vom „Lunioscoppio“ bis zum Riesenregenbogen). Aus Sagno stammt auch die Familie Chiesa mit Künstlern und Literaten wie dem Maler Pietro Chiesa (1876-1959) - mit der Ehefrau Germaine Petitpierre (1860-1963), der wir die berühmten Teppiche von Sagno verdanken - und sein berühmterer Bruder Francesco. Francesco Chiesa (1871-1959) war ein Nachkomme des berühmten Malers Giovan Battista Bagutti und ein auf nationaler Ebene anerkannter Dichter. Zu seinen Werken gehören „Calliope“ (1907), „Racconti puerili“ (1921), „Tempo di marzo“ (1925) und „Lettere iperboliche“. In seiner langen Karriere als Schriftsteller und Protagonist des kulturellen und politischen Lebens erhielt der „Vate di Sagno“ zahlreiche Auszeichnungen wie den Schillerpreis (1928), den Premio Mondadori für Belletristik (1928) und den Preis der italienischen Akademie für Poesie (1940). Dank seines politischen Engagements wurde er Vorsitzender des kantonalen Denkmalschutzausschusses (ab 1912) und des Ausschusses für Natur- und Kunstschönheiten (ab 1917).