Geschichte: Der Mann und der See

Kulinarische Grotti-Tour auf dem Lago di Lugano

Das Wasser ist sein Leben: Alessandro Rezzonico arbeitet in der fünften Generation auf dem Lago di Lugano. Wir haben ihn begleitet auf der Grotti-Tour: Sie bringt Gäste mit dem Schiff zum Nachtessen in die lauschigen Lokale auf der anderen Seeseite.

Viele der gemütlichen Grotti am Lago di Lugano sind nur zu Fuss oder per Schiff erreichbar. Seit kurzem gibts im Sommer eine abendliche Grotti-Tour. Sie bringt Gäste zu Brasato, Polenta und Kerzenschein in das Restaurant ihrer Wahl – und holt sie nach zwei Stunden wieder ab.

DAS IST

Alessandro Rezzonico, Verantwortlicher Sales & Marketing

Alessandro Rezzonico, Verantwortlicher Sales & Marketing
Die Tessiner Grotti – das ist Tradition, Kultur, Heimat und ganz viele Erinnerungen. Immer mehr Leute suchen wieder authentische Orte mit ehrlicher Küche.

19.20 Uhr, Hafen von Lugano. Leichte Wellen plätschern ans Ufer, eine Gruppe Jugendliche paddelt auf dem Pedalo vorbei, am Steg schlecken Kinder ein Gelato. «Alles einsteigen, bitte», ruft der Matrose den Wartenden zu. Die Leute gehen an Deck, der Fahrtwind wirbelt die Haare durcheinander. 

Bald erspähen wir die kleinen Grotti auf der anderen Seeseite – sie sind unser Ziel heute Abend. Der Magen knurrt und man freut sich darauf, das Tessin von seiner kulinarischen Seite zu entdecken.  

An Deck steht auch Alessandro Rezzonico. Er arbeitet in der fünften Generation auf dem Lago di Lugano. Der See ist die grosse Leidenschaft seiner Familie. «Wir lieben das Wasser», sagt er. 

2015 hat Rezzonico die Führung der familieneigenen Schifffahrtsgesellschaft Motoscafi Riuniti übernommen. Daneben ist er verantwortlich für Sales & Marketing bei der Società Navigazione del Lago di Lugano, die auch die Grotti-Tour anbietet. 

Grotti Tour, Lugano

Wie kam es eigentlich zu dieser Schiffstour?

Alessandro Rezzonico sagt: «Viele Grotti sind nur zu Fuss oder per Schiff erreichbar. Abends, wenn die Kursschiffe nicht mehr fuhren, gelangte man nur noch mit dem Taxiboot hin.»

Das wollte man ändern – und erfand kurzerhand die abendliche Grotti-Tour.

Der See ist zu jeder Jahreszeit anders. Im Frühling sind die Gärten voller Farben, im Sommer ist alles üppig, im Herbst kleiden sich die Wälder in Rot und im Winter sieht man die Berge ganz klar.

Die neue Rundfahrt ist ein Erfolg, auch bei den Einheimischen. «Die Tessiner haben die Grotti-Tour für sich entdeckt», erzählt Alessandro Rezzonico.

Die Leute von hier gingen gerne am Abend aus, um in einem Grotto bei Kerzenschein über Gott und die Welt zu diskutieren. 

Laufend hält das Schiff bei einem Grotto, lässt ein paar Gäste aussteigen – und weiter gehts.

Nächste Station: «Grotto dei Pescatori». Es ist eines von neun Lokalen auf der Tour.

Grotto dei Pescatori, Lugano

Man setzt sich an massive Steintische, degustiert würzigen Alpkäse und geniesst ein sämiges Merlot-Risotto. 

Grotto dei Pescatori, Lugano
Lugano, die Stadt am See
Pro tip
Im Grotto San Rocco gibts nicht nur feinsten Aufschnitt, man hat von hier auch die beste Sicht auf den Golf von Lugano.
Warum nicht in Gandria aussteigen? Das alte Tessiner Dörfchen ist stehen geblieben in der Zeit und wartet mit spannenden Geschichten auf.
Wer mit einer Gruppe unterwegs ist, kann bei Alessandro Rezzonico und seiner Motoscafi Riuniti ein privates Boot chartern.

Alessandro Rezzonico ist ein bekennender Grotti-Fan: «Die Tessiner Grotti sind in den letzten Jahren richtig aufgeblüht.» Zurück zur Einfachheit – die Lokale entsprechen perfekt diesem Trend. 

Grotti Tour, Lugano

Die letzte Station der Grotti-Tour ist das Elvezia.

Luganersee

«Die rustikalen Grotti sind der Inbegriff der Tessiner Gemütlichkeit.»

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Lugano

Erneut verabschieden sich ein paar Grotti-Besucher. Buon appetito – man sieht sich in zwei Stunden wieder.

Dann nämlich holt das Schiff die Gäste wieder ab und bringt sie zurück nach Lugano.

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