Geschichte: In Fusio schläft man in geschichtsträchtigen Mauern

In Fusio schläft man in geschichtsträchtigen Mauern

Sie bringen Leben zurück ins hintere Maggiatal: Der Tessiner Architekt Giovan Luigi Dazio und seine Tochter Lisa Dazio haben unzählige Steinhäuser in ihrem Dorf Fusio renoviert – und ein Hotel.

Sie wollen die Zukunft gestalten, indem sie die Vergangenheit wiederaufbauen: 46 Jahre lag das Albergo Fusio im Dornröschenschlaf – nach der Renovation von Giovan Luigi Dazio und seiner Tochter Lisa empfängt das Haus aus dem Jahr 1880 nun endlich wieder Gäste.

DAS IST

Giovan Luigi Dazio, Architekt

Giovan Luigi Dazio, Architekt
Die Leere, die Einsamkeit eines solchen Tales, das gewinnt in der heutigen hektischen Zeit wieder an Bedeutung. Der Minimalismus ist die Zukunft.

Knorrige Holzhäuser, saftige Bäume, enge Gässchen: Fusio – im lokalen Dialekt Füs – ist ein Dörfchen wie aus dem Bilderbuch. Es ist die höchstgelegene Ortschaft im hinteren Teil des Maggiatals, ein Ort voller Ruhe und wilder Anmut, mit viel Geschichte und schönsten alten Rustici.

Der Tessiner Architekt Giovan Luigi Dazio und seine Tochter Lisa sitzen draussen vor dem Albergo Fusio. Sie stammen von hier, führen in Locarno ein Architekturbüro. In Fusio haben sie über 50 Steinhäuser renoviert, drei Jahre lang waren sie mit der Renovation des Albergo Fusio beschäftigt.

Alles riecht noch frisch. Der Architekt stöbert durchs Hotel, begutachtet Details zusammen mit seiner Tochter. «Uns war wichtig, die Elemente der Vergangenheit zu erhalten», sagt er, «etwa den Lavatoio, wo man früher die Bettwäsche wusch, oder die hoteleigene Quelle.»

Um die Jahrhundertwende war Fusio ein wichtiger touristischer Ort mit fünf Hotels und einem grossen Unternehmergeist. Dann kam der Niedergang, während Jahrzehnten gab es gar kein Hotel.

Fusio, Ascona-Locarno

Heute schläft man wieder im Hotel Fusio, das 46 Jahre lang geschlossen war.

«Wir wünschen uns, dass die Neueröffnung des Hauses die alte Zeit wiederaufleben lässt», sagt Giovan Luigi Dazio.

Mich interessiert die Geschichte hinter den Steinen. Wir sollten uns viel öfter mit unserer Vergangenheit befassen – nur so können wir uns rüsten für die Zukunft.

Im Garten des Hotels treffen wir auf die sympathischen Gastgeber Claudia Muntwyler und Urs Hofer. Sie empfangen Ruhesuchende in sechs gemütlichen Zimmern. Das Haus wird ergänzt mit der Dépendance Casa Salée, die mit sechs weiteren hellen Zimmern aufwartet.

Fusio, Ascona-Locarno
Fusio, Ascona-Locarno

Dank ihrem Engagement in Fusio gibt es wieder mehr Leben im hinteren Maggiatal.

Fusio, Ascona-Locarno
Fusio, die Tessiner Täler stehen für Tradition, Kultur, Identität.
Pro tip
Die erste schriftliche Erwähnung von Fusio datiert auf das Jahr 1258.
Die Kirche von Mogno – erbaut von Mario Botta – liegt ganz in der Nähe von Fusio und ist ein architektonischer Wurf.
Die Antica Osteria Dazio in Fusio ist eines der ersten Gebäude, die Giovan Luigi Dazio renoviert hat. Man isst hier Spezialitäten aus dem Tal.

«Die Tessiner Täler stehen für Tradition, Kultur, Identität. Man muss sie pflegen, sonst verschwinden sie», sagt der Architekt. «Kein Beton, nur Stein», lautet sein Motto.

Fusio, Ascona-Locarno
Fusio, Ascona-Locarno

Er und seine Tochter lieben alte Gemäuer. «Ich bin sehr verbunden mit der Erde. Ich mag die Einfachheit, die Spiritualität der Natur.»

Fusio, Ascona-Locarno
Fusio, Ascona-Locarno

Seine Tochter Lisa sieht viel Potential für das Dorf, nicht zuletzt dank der Digitalisierung: «Die digitalen Nomaden brauchen nur ihren Computer, ein gutes WiFi und ganz viel Ruhe, um arbeiten zu können – Fusio ist dafür perfekt.»

«Neuer Geist im alten Dorf: Im renovierten Albergo Fusio träumt man in historischen Mauern.»

INHALTE TEILEN

DIE GANZE GESCHICHTE


Geschichten

ZUR NÄCHSTEN GESCHICHTE