2860
Image 0 - Kirche St. Maria al Castello
Image 1 - Kirche St. Maria al Castello
Image 2 - Kirche St. Maria al Castello
Image 3 - Kirche St. Maria al Castello
Image 4 - Kirche St. Maria al Castello

Kirche St. Maria al Castello

Auf einem bezaubernden Hügel in erhöhter Lage gelegen, gehörte sie, wie ihr Name bezeugt, wahrscheinlich zu einer 1518 von den Uraniern zerstörten Burg.

Es ist ein bezauberndes Gebäude mit zwei parallelen Schiffen, das zu zwei verschiedenen Zeiten erbaut wurde. Die primitive, vielleicht adelige Kapelle mit runder Apsis und einem einzigen zweigeschossigen Kirchenschiff (das untere wahrscheinlich eine Krypta) hat den Abriss der Burg überstanden.
Der Grundriss der heutigen Kirche entspricht nicht dem primitiven, sondern ist das Ergebnis einer Ergänzung im Norden eines weiteren Kirchenschiffs, das mit einem viereckigen Chor aus dem frühen fünfzehnten Jahrhundert ergänzt wurde.

Die beiden Chöre sind durch schmiedeeiserne Gitter aus dem 17. Jahrhundert getrennt.

Während der rechte Chor mit modernen Fresken bemalte Wände hat, stammen die Fresken des linken Chors aus der ersten Hälfte des 15. Auf dem Gewölbe befindet sich Christus mit den Symbolen der Evangelisten, im Hintergrund, in der Lünette, der heilige Georg, der den Drachen tötet, der heilige Bernhard und der heilige Blaise, an der linken Wand der heilige Sebastian mit einer Inschrift in gotischen Briefen von 1448.

Mit Ausnahme der beiden später entstandenen Figuren des Bernhardiners und des Heiligen Blaise gehören alle anderen Fresken zweifellos einem Seregner. Die Figuren jedoch, wie die Kritiker beobachten, mit Gesichtern mit einer einzigen und unveränderlichen Physiognomie, in starrer Frontalposition und mit naiven und kindlichen Zügen, lassen nicht an jenen Nicolao da Seregno denken, der die Kirche S. Nicolao, ebenfalls in Giornico, freskiert hat, sondern an einen seiner Vorgänger.

In der Apsis befinden sich Fresken von besonderem stilistischen Interesse, während sich hinter einem falschen Altarbild eine Kreuzigung verbirgt. Es wird dominiert vom Erlöser, der in einer mehrfarbigen Mandel thront, mit einer segnenden rechten Hand, während die linke das Buch des Lebens hält: Ego sum lux mundi.

Um die Decke, die 1575 vollständig in Kassettenholz umgebaut wurde, wie die Inschrift über dem Bogen des linken Chors bezeugt, verläuft ein Rahmen, der mit schwarz-weißen Schach- und naturalistischen Motiven verziert ist, ein Ausdruck lombardischer Kunst.

Der schlanke, viereckige Glockenturm im romanischen Stil, der über zwei Rundbögen an die Rundapsis angelehnt ist, befindet sich in einer dominanten Position.
 

  • Schlüssel bei Frau Doris Solari, Giornico (Tel. 091 864 19 87) und Osteria Giornico (Tel. +41 91 864 22 15 ).
  • Besondere Feste: S. Giuseppe, Palmsonntag, All'Assunta.